Bereits im Juli 2004 trafen sich Vertreter aus den Bereichen Baubiologie, Innenraumdiagnostik, Bauphysik, Umweltmedizin, Arbeitsschutz und nicht zuletzt Labordienstleister, um den Bundesverband Schimmelpilzsanierung e.V. (BSS) aus der Taufe zu heben.
Das las man in einer PR-Note, die letzte Woche über die
einschlägigen Ticker lief. Da drängt sich der Eindruck auf, dass hier aus Marketinggründen ein durchaus existentes und ernstzunehmendes Problem aufgebläht wird, um den verbandelten "Spezialisten" Arbeit zu verschaffen. Arbeit, die an Symptomen rumdoktort statt Ursachen zu benennen und zu bekämpfen.
Denn eigentlich ist das Problem Schimmelpilz ein ganz einfaches und hätte schon lange durch geeignete Bauvorschriften entschärft werden können. Warum wird nicht durch Normung (Hallo DIN?) sichergestellt, dass das Fenster(glas) immer Sollkondensationspunkt eines Raumes ist? Ist der Dämmwert und damit die Oberflächentemperatur des Fensters niedriger als die aller anderen Außenbauteile, kondensiert Feuchtigkeit automagisch dort und befeuchtet nicht Schimmelpilzbiotope an Wänden oder gar Möbeln. Zudem signalisiert die beschlagene Scheibe dem Nutzer unmißverständlich: Lüften!
Bauliche Gegebenheiten (meist in Sanierungswahn mit hochdämmenden Fenstern versehene Fassaden ohne Vollwärmeschutz) lassen sich oft nicht sofort ändern, der Schimmel muß natürlich trotzdem bekämpft werden. Dauerhaft und "biologisch" geht das, indem man ihm einfach die Nahrungsgrundlage entzieht. Verbannt man konsequent alle organischen Baustoffe aus den kritischen Bereichen, hat der Schimmel keine Chance mehr. Wie wäre es mal mit Putz oder gespachtelten Wänden statt Raufaser?
Das ist alles zum Thema. Wer das nicht glaubt, kann gern noch ein wenig Schimmelpilz.TV gucken gehen. Umfangreiche Fachinformationen sollte man aber nicht erwarten. Aber das kennt man ja vom Fernsehprogramm.
Bundesverband Schimmelpilzsanierung e. V.:
http://www.schimmelpilz.tv/