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  • 27.03.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Neubau > Bauweise > Holzbauweise

Ein wohngesundes Holzhaus bauen. Folge 2

Seit dem Baustart sind rund sechs Wochen vergangen. Das Kellergeschoss steht und die Betondecke ist so weit ausgehärtet, dass das Aufstellen der Außenwände erfolgen kann.

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Montage der Holzständerwände und Kastendecken

Die Fachleute von Elztal Holzhaus legen auch gleich richtig los. Dank der Vorfertigung geht es so rasch, dass man das Haus vor seinen Augen wachsen sieht. Auch die Kastendecken aus Massivholz sind rasch montiert. Gerade bei Holzbauten ist die Luftdichtung ein wichtiges Thema. Dafür kommt die intelligente Dampfbremsbahn „Intello“ von pro clima zum Einsatz. Diese ist auf ihre Emissionseigenschaften geprüft und kann jahreszeitliche Feuchteschwankungen sowie potenzielle Schadensfälle gut ausgleichen. Der „Trick“ ist ein Dampfdiffusionswiderstand (sd-Wert) der sich je nach Umgebungsfeuchte ändert. So kann die unvorhergesehen in die Konstruktion eingedrungene Feuchtigkeit im Sommer optimal austrocknen = das bedeutet maximale Sicherheit vor Bauschäden. Im Winter ist die Membran diffussionsdichter, Feuchtigkeit aus der warmen Innenraumluft dringt kaum in die Wandkonstruktion. Die Dämmung wird übrigens erst später eingebracht.

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Schließen der Außenwände und Einblasdämmung

Es geht gut voran. Mitte Dezember, also gut zwei Monate nach Baubeginn stehen bereits die Holzständerwände außen, und auch die Innenwände sind zumindest im Rohzustand längst fertig. Verkleidet wird die Wandkonstruktion außen mit Holzweichfaserdämmplatten, die gleichzeitig Untergrund für den Außenputz sind. Verwendet wurden die druckfesten Platten Pavatex Diffutherm in 60 Millimeter Stärke. In den so entstandenen Hohlräumen in den Wänden sowie im Dach haben die Experten von Elztal Holzhaus dann eine Dämmung ebenfalls aus Holzfasern eingeblasen. Das verwendete Produkt, Gutex Thermofibre, ist mit dem natureplus-Qualitätszeichen versehen und besteht aus zerfasertem Fichten- und Tannenholz. So besteht nahezu die komplette Wand aus Holz. Massives für die Statik, fest gepresste Fasern für die Außenhaut und als Teil der Wärmedämmung und die lockeren Fasern mit viel Luft dazwischen, quasi als Daunenjacke.

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Emissionsgeprüfte Fenster werden eingebaut

Gleich nachdem die Außenwände fertiggestellt sind, werden die Fenster angeliefert. Hier geht wirklich alles Hand in Hand. Die Holz-Alu-Fenster kommen von Kneer Südfenster, dem einzigem Hersteller, der seine Produkte zum Bauzeitpunkt nach den strengen Kriterien hat prüfen lassen. Denn die Rahmen und Dichtmittel können ebenfalls eine Quelle für Schadstoffemissionen sein. Die Holz-Alu-Rahmen verbinden ein angenehm wohnliches Ambiente innen mit einer hohen Wetterfestigkeit und eine große Farbauswahl außen. Da die dreifach verglasten Scheiben in diesen Dimensionen sehr schwer sind, werden sie gesondert angeliefert und vor Ort eingebaut. Beim Fenstereinbau spielt auch die Luftdichtheit eine große Rolle. Deshalb werden die Rahmen sorgfältig mit dem Spezialklebeband Tescon Vana von pro clima luftdicht verklebt. Dadurch werden nicht nur Energielecks verschlossen, sondern auch die Gefahr von Bauschäden und Schimmelbelastung verhindert. Denn eindringende Kaltluft führt zur Kondensation von Feuchtigkeit und die wiederum zum Wachstum von Schimmelpilzen, die zu den häufigsten Auslösern von Gesundheitsbelastungen gehören. Die genannten und viele hundert weitere gesundheitliche geprüfte Baustoffe findet ihr übrigens im Bauverzeichnis Gesündere Gebäude.

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Nicht nur die Elektriker halten sich an die Baustellenregeln

Es ist Anfang Februar und der Innenausbau beginnt. Mit die ersten sind die Elektriker. Sie ziehen die vielen Kabel für die komfortable Bedienung ein. Die noch offenen Holzständerwände machen das leicht. Ohne Schlitze fräsen, also auch ohne Staub und mit nur wenig Dreck geht die Arbeit voran. Auf dem Bild sieht man auch ein Merkmal einer Baustelle in einem wohngesunden Haus: Wenig Dreck und Staub, weil die Handwerker angehalten sind, die unvermeidlichen Hinterlassenschaften mit einem Staubsauger zu entfernen. Das verhindert die Ablagerung von Schadstoffen und mögliche spätere Belastungen. Zudem werden Arbeiten mit schnelldrehenden Werkzeugen, zum Beispiel Trennschleifer, wenn möglich im Freien erledigt und Materialien und Verpackungen im Freien gelagert. Das hängt damit zusammen, dass zum Beispiel Transportpaletten mit Holzschutzmitteln behandelt sein können. Und die will man ja nicht im Haus haben.

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Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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