(c) Adobe Stock Jegas Ra

  • 09.01.2019
  • Volker Lehmkuhl
  • 12
  • 0
Gesünder Bauen > Schadstoffe

Radonsicheres Bauen ist Pflicht

Radon kommt überall aus dem Boden, in manchen Regionen mehr, in anderen weniger. Man sieht es nicht, kann es nicht riechen oder schmecken. Trotzdem ist die Gefahr, durch seine Zerfallsprodukt langfristig an Lungenkrebs zu erkranken ziemlich hoch. Hier steht wie Radon wirkt. Doch Abhilfe ist möglich und jetzt auch überall gesetzlich vorgeschrieben. Grundlage ist Paragraph 123 Strahlenschutzgesetz.  In Regionen, in denen eine erhöhte Konzentration von Radon im Boden besonders wahrscheinlich ist, werden besondere Regeln gelten. Diese Radonvorsorgegebiete gibt es offiziell aber noch nicht, sondern müssen erst innerhalb von zwei Jahren ausgewiesen werden. Dazu werden Prognosen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) herangezogen, für die erst noch Messungen durchgeführt werden müssen. Auch noch nicht geregelt ist, wie der Schutz vor Radon in solchen Gebieten genau aussehen muss.

Schutz vor Radon: Wasserdichter Keller und gasdichte Durchführungen

Solange solltet ihr als Bauherren eines Neubaus aber nicht warten! Schließlich ist die eigene Gesundheit und die eurer Familie das höchste Gut. Und das nachträglich zu machen, geht nicht. Denn die wichtigste Maßnahme ist ein Keller oder eine Bodenplatte, die kein Radon durchlässt. Das kann man erreichen, indem ihr einen wasserdichten Keller oder eine entsprechende Bodenplatte bauen lasst. Wichtig ist auch, die Öffnungen für Abflüsse, Rohre, Leitungen und Kabel abzudichten. Am besten indem die Öffnung zum Beispiel mit Beton geschlossen und danach sorgfältig nochmal mit einer Manschette oder einer entsprechenden Dichtmasse geschehen. Es gibt auch radondichte, sogenannte Mehrspartendurchführungen. Das sind Bauteile, die in das Loch in der Kellerwand montiert werden und Kabel für Strom, Telekommunikation und Rohre für Wasser, Gas oder die Fernwärmeleitung aufnehmen. Das spart dann auch noch Platz an der Wand.  Auch druchwasserdichte Lichtschächte sind sinnvoll. Das gleiche gilt natürlich für die Bodenplatte, wenn ihr ohne Keller baut. Der Verband privater Bauherren empfiehlt hier eine Biturmendichtbahn, die zusätzlich mit einer Metallfolie verstärkt (kaschiert) ist.  Wichtig ist, dass ihr den korrekten Einbau und die Abdichtung kontrolliert oder kontrollieren lasst, bevor der Keller verfüllt wird. Hinterher ist ohne großen Aufwand und hohe Kosten kaum noch was zu machen.         

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

Mehr erfahren

Kommentare

1000 Buchstaben übrig